2 thoughts on “Bullyparade: Der Film [Blu-ray]

  1. Sebastian Schlicht
    5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    2.0 von 5 Sternen
    Bully und seine Crew haben ihren Charme verloren!, 5. März 2018
    Von 

    Rezension bezieht sich auf: Bullyparade: Der Film [DVD] (DVD)
    Ich habe nie wirklich „Die Bullyparade“ gesehen, nur einige Folgen. Das heißt aber nicht, dass ich über den Humor von Bully & Co nicht lachen konnte. Gekriegt hat mich die Truppe dann aber mit „Der Schuh der Manitu“ und auch noch mit „Traumschiff Surprise“. Anlässlich des 20. Jubiläums der Show (1997 startete „Die Bullyparade“ auf Pro 7), kam 2017 der Film zur Show ins Kino. In der Hoffnung wieder etwas altbekannten Bully-Humor erleben zu können, schaute ich den Film… und wurde leider sehr enttäuscht!

    Die Handlung erstreckt sich über fünf Geschichten, in denen alle bekannten Sketch-Themen der Show aufgegriffen werden, unter anderem natürlich auch die „Winnetou“- und „Star Trek“-Parodien.

    Viel Handlung erwartet man bei so einem Film ja eh nicht, doch ich hätte mir eine etwas schönere Erzählweise gewünscht und kein stupides Hintereinander-Erzählen. Zudem hat keine der Geschichten irgendwas mit der anderen zu tun, außer das Bully Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian in mehreren Rollen auftauchen. Das ist auch wirklich witzig und passt zur ehemaligen Show, doch trotzdem gibt es viele andere Schauspieler, die Rollen verkörpern. Warum nicht direkt versuchen alle (!) Figuren von den Dreien spielen zu lassen? Ich weiß, das wäre ‘ne Herausforderung gewesen, aber auch etwas Besonderes!

    Das größte Problem ist aber leider, dass die Witze nicht zünden, ebenso wenig, wie die Story’s. Hier und da ist mal ein guter Gag, doch zumeist versucht man sich nur auf die Erfolge früherer Filme zu stützen, wie etwa „Der Schuh des Manitu“. Apropos: Der Film versucht viel zu viele andere große Filmklassiker (besonders aus dem amerikanischen Gebiet) zu parodieren. Das haben frühere „Bully“-Filme zwar auch gemacht, aber nie so schwach und forciert, wie hier. Umgekehrterweise hat man aber auch wohl versucht sich von den früheren „Bully“-Filmen zu trennen, in dem man aus Abahachi nun wieder den klassischen Winnetou macht und aus Ranger Old Shatterhand. Ist kein Beinbruch, aber es erschließt sich mir nicht und hat mich nur verwirrt.

    Umso trauriger ist es, dass wirklich viele der Schauspieler sichtlich Spaß an dem Unsinn haben, den man da sehen kann, vor allem das Trio. Nimmt man die üblichen deutschen Routine-Schauspieler mal weg, wie Elyas M’Barek, Til Schweiger und Matthias Schweighöfer (die Gott sei Dank nur ganz kleine Gastauftritte haben), so hat man oftmals nur die drei Hauptdarsteller und die sind immer noch charmant und gut gelaunt (besonders bei den Outtakes). Doch das reicht leider nicht, um einen guten Film abzuliefern…

    Der Film sieht für einen deutschen Film sehr gut aus, besonders für eine Komödie. Die Musik von Ralf Wengenmayr ist gut, aber längst nicht mehr so auffällig schön, wie noch bei „Der Schuh des Manitu“.

    Fazit: Sicher werden einige Fans ihren Spaß mit der Verfilmung der „Bullyparade“ haben, doch ich war sehr enttäuscht von diesem Streifen. Meiner Meinung nach kam er zu spät heraus und hätte deutlich besser sein können, als eine Aneinanderreihung von Sketchen, die nichts miteinander zu tun haben und nur selten witzig sind. Sehr schade, denn ich mochte Bully & Co, da sie eine der wenigen waren, die im deutschsprachigen Raum filmisch echt was zu bieten hatten! Doch dieser Film erinnert an eine Mischung aus einem schlechten US-Parodie-Film und einer deutschen 0815-Komödie.

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