3 thoughts on “THE HANDMAIDS TALE SSN 2 (5-DVD)

  1. Anonymous
    29 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Eine erschreckende und beängstigende, gleichzeitig aber faszinierende Zukunftsvision!, 14. Dezember 2018
    Von 
    marcolino1107 (Baden-Württemberg)

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Es gibt Serien die einem gefallen und gut unterhalten, und es gibt Serien, die einen einfach vor der Glotze bannen und mitreißen.
    Eine dieser Serie ist „The Handmaid’s Tale“, die, für mich persönlich, mit zum Besten gehört. Was ich seit langer Zeit gesehen habe. Die erste Staffel hat mich förmlich süchtig gemacht, ich habe die einzelnen Folgen in Rekordzeit verschlungen. Dabei handelt es sich nicht um einfachen oder leicht bekömmlichen Stoff, man muss schon aufmerksam bei der Sache sein, um der komplexen Handlung folgen zu können.

    “The Handmaid’s Tale” ist eine amerikanische Fernsehserie, die auf dem gleichnamigen Roman von MARGARET ATWOOD basiert. Die Handlung spielt in einer dystopischen Zukunft, in der Amerika durch atomare Kriege und Umweltkatastrophen völlig zerstört wurde.
    Geschlechtskrankheiten und Mangelernährung haben die meisten Menschen unfruchtbar gemacht, weswegen gesunde, gebärfähige Frauen wertvoller als Gold sind.

    Im fiktiven Land “Gilead”, das von religiösen Fanatikern regiert wird, wurden diese Frauen zu Staatseigentum deklariert und werden von den regierenden Männern, den “Kommandanten”, als eine Art Sexsklavinnen gehalten.
    In “Gilead” regiert ein totalitäres Regime, das jeglichen Widerstand mit äußerster Brutalität bekämpft. Die Gesellschaft wurde in eine Art Kasten eingeteilt, neben den Mägden, die für das Kinderkriegen zuständig sind, gibt es noch die “Marthas”, die als Hausangestellte arbeiten oder die “Augen” die die Bevölkerung ausspionieren.

    Die Mägde bekommen Namen wie “Desfred”, “Deswarren” oder “Desglen”, die Anzeigen wem sie gehören. “Desfred” bedeutet, dass diese Magd Besitz von Fred ist, also Eigentum “Des Fred”. Sie sind Liebeigene der herrschenden Männer und ausschließlich dazu da, Kinder zu gebären.
    Wenn die Mägde nicht gebären droht ihnen die Verbannung in die verseuchten Kolonien, wo sie nach wenigen Monaten an der atomaren Strahlung sterben. Jegliches Fehlverhalten wird mit drakonischen Maßnahmen bestraft, so wird schon einmal ein Auge entfernt, oder Finger und ganze Arme amputiert, denn die “Mägde” können auch ohne Arme und Augen gebären. Ich gebe zu, das ist wirklich schräg und äußerst brutal, aber ohne diesen Hintergrund funktioniert die ganze Serie nicht.

    Wie schon bei der ersten Staffel, sind die Lebensumstände der „Mägde“ das Beklemmende und Bedrückende, man hofft und fiebert mit ihnen, man wünscht ihnen von ganzem Herzen, dass sie ihren Peinigern entkommen können. Es ist unheimlich bewegend zu sehen, wie viel Kraft es die „Mägde“ koste sich zu fügen, wie sie die Demütigungen und die „Entmenschlichung“ scheinbar hinnehmen.

    Trotz allem keimt in ihnen die Hoffnung auf Flucht und ein besseres Leben. In der zweiten Staffel rückt Flucht und Freiheit in den Mittelpunkt. Die zweite Staffel spielt öfters in „Little Amerika“, einem Ort, in dem man frei und unbehelligt leben kann.

    In der zweiten Staffel wird ein weiterer Handlungsstrang eröffnet, der in den Kolonien spielt. In der ersten Staffel wurden die Kolonien nur erwähnt, nun bekommt der Zuschauer einen Einblick in diese unwirtliche und zerstörte Gegend.
    In den Kolonien werden die Frauen, die ungehorsam und für das System keinen Nutzen haben, gezwungen im radioaktiv verseuchten Dreck zu graben, bis sie jämmerlich zugrunde gehen.
    Die Verhältnisse dort lassen sich mit denen in den Konzentrationslagern der Nazis vergleichen, ich denke, dass die Parallelen bewusst gezogen wurden. Es sind die Lebensumstände der Frauen in den Baracken und bei der Zwangsarbeit, die Brutalität der wachen und auch Szenen, in den Leichen mit Schubkarren abtransportiert werden, die diese Assoziationen wachrufen.

    Aber auch in „Gilead“ selber gibt es Veränderungen, erschreckende und unmenschliche Aspekte werden hinzugefügt, die einem wirklich Angst machen können. Gehirngewaschene, minderjährige Mädchen, die mit verdienten Wachen zwangsverheiratet werden, sind nur eine Idee die die Macher der Serie hatten. Sie waren wirklich sehr kreativ, auch verwirren sie den Zuschauer nicht mit immer neuen Charakteren, sondern schärfen vor allem die Profile der bereits bekannten. Das machen sie in Form von Rückblenden, sehr gut nachvollziehbar und schlüssig.

    Mein Fazit: Bei „The Handmaid’s Tale stimmt einfach alles, die Handlung, die Darsteller und die Umsetzung ist nahezu perfekt. Für mich ist das eine der stimmungsvollsten und beängstigendsten Serien die ich je gesehen habe, vor dieser Zukunft kann es einem nur grauen.
    Gut finde ich auch, dass die zweite Staffel nahtlos an die erste anknüpft, wenn man sich kurz noch die beiden letzten Folgen von Staffel 1 ansieht, ist man sofort wieder voll dabei.
    „The Handmaid’s Tale“ hat sich zu einer meiner Lieblingsserien entwickelt, eigentlich sollte sie für alle, die auf bedrückende Zukunftsvisionen stehen, Pflichtprogramm sein!

  2. Anonymous
    16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    1.0 von 5 Sternen
    Ganz furchtbares Ideologiewerk, 19. Februar 2019
    Von 
    Fritz Lutter

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: THE HANDMAIDS TALE SSN 2 (5-DVD) (DVD)
    Die 1. Staffel konnte mich in einigen Momenten noch fesseln und auch für die weitere Handlung interessieren. Die unterschwellige Botschaft blieb auch größtenteils unterschwellig.
    Die 2. Staffel dagegen ist nur noch politische Botschaft: Frauen-, Minderheitenrechte, gegen den angeblich bösen, weißen Mann. Ging mir die Hauptdarstellerin schon in der 1. Staffel latent auf den Sack, möchte man in der 2. Staffel nur noch Augen und Ohren verschließen. Wenn du so eine Frau zum Weibe hast, ist der Tod die angenehmere Option!
  3. Anonymous
    12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Weiter in Atwoods Geist, 4. Januar 2019
    Von 
    Estragon

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Margaret Atwoods dystopischer Roman von 1985 lieferte den Stoff für die erste Staffel von »The Handmaid’s Tale«. Das Ende wurde von Atwood seinerzeit bewusst offengelassen. Für die zweite Staffel der TV-Serie haben die DrehbuchautorInnen den Faden der Geschichte über das Romanende hinaus weitergesponnen. Ich meine, das ist ihnen grundsätzlich sehr gut gelungen. Die Intentionen des Romans wurden bewahrt, einzelne Aspekte werden nun vertieft und auch aktualisiert. Insbesondere am Beginn der zweiten Staffel werden die Entwicklungen hin zum totalitären Staat Gilead in Rückblenden weiter ausgemalt.

    Gegenüber der ersten Staffel würde ich in dramaturgischer Hinsicht kleinere Abstriche machen. Etwa ab der Mitte der Staffel neigt die Handung zu einem gewissen Schematismus: Auf Veränderungs- und Befreiungsaussichten folgt ein Rückschlag, auf den wieder neue Aussicht folgen usw. Substanzielle Änderungen sparen sich die DrehbuchautorInnen für die 13. und letzte Episode auf, in der es schließlich Schlag auf Schlag geht. Doch vieles davon geschieht etwas unmotiviert. Ein Deus ex machina nach dem anderen wird auf die Bühne gejagt. Allerdings mag das eine oder andere in der dritten Staffel narrativ noch eingeholt werden.

    Für die dramaturgischen Schwächen ziehe ich einen Stern gegenüber der vorigen Staffel ab. Betont sei aber, dass auch die zweite Staffel wieder überaus spannend und intelligent gestaltet ist. Von der exquisiten Bildgestaltung gar nicht zu reden.

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